Geschichte

 Jahr Ereignis
ab 500.000 v. Chr. Werkzeugfunde belegen eine erste Besiedlung der Region des heutigen Vietnam in der Altsteinzeit.
ab 30.000 v. Chr. Entstehung erster einheimischer Kulturen im Norden des heutigen Staatsgebiets von Vietnam.
ca. 4-3000 v. Chr. Beginn des Reisanbaus.
ca. 2000 v. Chr.-258 v. Chr. Herrschaft der legendären Hung-Könige im ersten vietnamesischen Königreich Van Lang in Vietnam.
 7.-3. Jh. v. Chr. Herausbildung der Dong Son Kultur, die heute vor allem für ihre Bronzewerkzeuge und -trommeln bekannt ist.
257 v. Chr. – 207 v. Chr. Vereinigung der beiden Stämme Au Viet und Lac Viet und Gründung des zweiten Königreichs Au Lac.
ab 207 v. Chr. Eroberung Au Lacs durch China. Unter der Herrschaft der chinesischen Trieu-Dynastie wird das Königreich in Nam Viet (dt. Land im Süden) umbenannt, bleibt aber vorerst unabhängig.
111 v. Chr. Nordvietnam wird chinesische Kolonie. Beginn der tausendjährigen chinesischen Fremdherrschaft.
40-43. n. Chr. Aufstand der Trung Schwestern führt zu kurzzeitiger Unabhängigkeit Vietnams von China.
ab 1. Jh. n. Chr. Im heutigen Südvietnam verbreitet sich die indische Kultur. Der Stadtstaat Funan erlangt weitreichende kulturelle wie auch wirtschaftliche Bedeutung und gilt als Vorläufer des Khmer-Reichs in Kambodscha. 
ab 2. Jh. n. Chr. Der Buddhismus verbreitet sich in Vietnam.
2.-4. Jh. n. Chr. Das Champa-Reich entwickelt sich im heutigen Zentralvietnam. 
938 Nach dem Zusammenbruch der herrschenden Dynastie in China erlangt Vietnam unter der Führung Ngô Quyềns seine Unabhängigkeit und erhält den Namen Dai Viet. Nach Ngô Quyềns Tod herrschen mehrere kurzlebige Dynastien über das Reich.
1009-1225 Herrschaft der Ly-Dynastie. Der Konfuzianismus wird Staatsreligion. Gelegentliche kriegerische Auseinandersetzungen mit China und dem Champa-Reich im Süden.
1010 Gründung Thang Longs, des späteren Hanoi, als neue Hauptstadt der Ly-Dynastie.
1225-1400 Herrschaft der Tran-Dynastie. Anhaltende Konflikte mit dem Champa-Reich.
1288 Legendärer Sieg des Feldherren Trang Hung Dao über die einfallenden Mongolen am Bach-Dang Fluss.
1400-1407 Herrschaft der Ho-Dynastie. Durchführung wichtiger Reformen im gesamten Staatswesen.
1407 Erneuter Einmarsch der Chinesen in Vietnam und gewaltsame Unterwerfung der Bevölkerung sowie Aufoktroyierung der chinesischen Kultur. Das vietnamesische Literatur- und Kunsterbe der Zeit wird fast vollständig zerstört. 
1418-1427 Organisation vietnamesischer Aufstände gegen die chinesische Oberherrschaft unter Le Leoi. Rückdrängung der Chinesen und Gründung der Le-Dynastie.
1427-1788 Die Le-Dynastie wird die am längsten herrschende Dynastie Vietnams. Das Champa-Reich wird komplett erobert und ins Staatsgebiet Dai Viets eingegliedert.
Anfang 16. Jh. Die ersten europäischen Siedler, überwiegend Portugiesen, erreichen Vietnam und beginnen, ihre Lehren und Handwerkskünste im Land zu verbreiten. 
1527-1533 Eroberung der Herrschaft über Vietnam durch den Gouverneur Mac Dang Dung. Trotz der Rückeroberung des Landes durch die Le-Dynastie bleibt diese nachhaltend geschwächt. Zwei adelige Geschlechter, die Nguyen im Süden und die Trinh im Norden, erstarken kontinuierlich und halten bald die gesamte politische Macht in ihren Händen. 
1673 Spaltung Vietnams entlang der Herrschaftsgrenze der Nguyen und Trinh.
Ende 17. Jh. Die Nguyen erobern weite Teile Südvietnams und ernennen 1687 das heutige Hue zu ihrer Hauptstadt. 
1694 Gründung Saigons.
1771-1802 Im Zuge der Tay Son Rebellion erlangen die Nguyen die Herrschaft über Nordvietnam und setzen der Trinh-Dynastie ein Ende. Teile Kambodschas werden vietnamesisches Protektorat.
1802 Mit französischer Unterstützung setzt Nguyen Anh den Tätigkeiten der Rebellen ein Ende und wird in Hanoi zum Kaiser Gia Long ernannt. Der erstmals in seinem Gesamtterritorium vereinte Staat erhält seinen heutigen Namen Vietnam. Die konservative Politik des Kaisers führt zu einem Stillstand in der Entwicklung Vietnams und macht den Staat anfällig für äußere Eingriffe.
1847-1883 Die Franzosen reagieren auf die als undankbar empfundene Abkapselung Gia Longs von internationalen Handelsbeziehungen sowie auf die einsetzenden Christenverfolgungen im Land mit der schrittweisen Annektierung Vietnams bis zu dessen vollständiger Eroberung im Jahr 1883.
1887 Gründung Französisch-Indochinas mit den Gebieten Vietnams und dem Khmer Königreich.
1890 Geburt Ho Chi Minhs.
Ende 19./Anfang 20. Jh. Im Zuge des Ausbaus der französischen Kolonien werden Infrastruktur und Industrie sowie der Bildungs- und Gesundheitssektor Vietnams kontinuierlich verbessert, während die Landbevölkerung immer stärker verarmt und als billige Arbeitskraft missbraucht wird. Entstehung erster antifranzösischer Bewegungen, die mangels ausreichender Organisation aber keine nennenswerten Erfolge erzielen können.
1929 Gründung der kommunistischen Partei Vietnams unter der Führung Ho Chi Minhs.
1940 Infolge des Zweiten Weltkrieges gerät Vietnam unter japanische Kontrolle und wird fortan von Frankreich und Japan parallel verwaltet.
1941 Entstehung der sowohl gegen Frankreich als auch Japan gerichteten Widerstandsbewegung Vietminh mit Ho Chi Minh als Oberhaupt.
1945

Ausrufung der Demokratischen Republik Vietnam, dem ersten unabhängigen Staat Südostasiens, durch Ho Chi Minh, nachdem Japan zur Kapitulation gezwungen wird.

1946 Ausbruch des Indochinakriegs, nachdem Frankreich seine kolonialen Ansprüche auf Vietnam erneuert.
1946-1954 Im Verlauf des Indochinakriegs erhalten die vietnamesischen Streitkräfte Unterstützung durch China, während sich die USA mit Frankreich verbünden. Nach der Schlacht bei Dien Bien Phu liegt der Sieg vorerst bei Vietnam.
1954 Vietnam wird gemäß des Genfer Abkommens entlang des 17. Breitengrades in die Kommunistische Republik Nordvietnam und die Republik Südvietnam geteilt.
1954-1964 Die Politik in Nordvietnam führt zu Protesten seitens Studenten und Buddhisten. Gleichzeitig wahren die USA ihren Einfluss auf Südvietnam, um einem möglichen Erstarken des kommunistischen Nordens entgegenwirken zu können. Die politische Lage ist in beiden Landesteilen angespannt.
1964 Ausbruch des Vietnamskriegs nach einer von den USA fingierten Krisensituation im Golf von Tonking.
1964-1973 Im Zuge des Vietnamkriegs werden über eine halbe Million amerikanische Soldaten in Vietnam stationiert. Traurige Medienberühmtheit erlangt der Einsatz des Agent Orange, eines chemischen Entlaubungsmittels, das große Teile des vietnamesischen Regenwaldes zerstört und die Gesundheit der Zivilbevölkerung nachhaltig belastet. Im Laufe des Krieges sterben ca. 2 Millionen Menschen; als Berichte über die gewaltsame Kriegsführung und die Massaker an der Zivilbevölkerung den Westen erreichen, führt die öffentliche Protestbewegung schließlich zum Abzug der US-Armee. Trotz der technischen und zahlenmäßigen Überlegenheit der amerikanischen Truppen konnten diese im Verlauf des Krieges keine nennenswerten Gebietsgewinne verzeichnen.
1973-75 Der Vietnamkrieg wird ohne ausländische Beteiligung fortgesetzt und endet in der Kapitulation Südvietnams.
1976 Gründung der Sozialistischen Republik Vietnam und Umbenennung der Hauptstadt Saigon in Ho Chi Minh Stadt. Im Zuge der sozialistischen Umerziehung werden hunderttausende Südvietnamesen in Lager geschickt, gefoltert oder getötet; zudem setzt eine Massenflucht über den Wasserweg ein. Die Welle dieser sogenannten Boat-People ebbt erst in den 1980ern Jahren endgültig ab.
1979-89 Nach Grenzkonflikten kommt es zur vietnamesischen Eroberung und zehnjährigen Herrschaft über Kambodscha.
1980er Jahre Reformierung und Liberalisierung der Wirtschaft unter der Doi Moi Politik bei anhaltender kommunistischer Staatspolitik.
1994 Ende des Wirtschaftsembargos der USA gegen Vietnam und Beginn der Öffnung des Landes gen Westen. Einsetzen des Touristenbooms.
2007 Vietnam wird Mitglied der Welthandelsorganisation.
aktuell Die Menschenrechtssituation in Vietnam ist für politische Dissidenten nach wie vor angespannt und wird von internationalen Organisationen wie Amnesty International kritisiert. Für Touristen ist das Land allerdings ausgesprochen sicher. Die deutsch-vietnamesischen Beziehungen, die ihren Ursprung in der Zeit der DDR haben, gelten als gut und haben in dem Politiker Philipp Rösler einen prominenten Vertreter. 2013 wurde ein Regierungsabkommen für den Ausbau deutsch-vietnamesischer Begegnungsstätten unterzeichnet.

 

 
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