Kulinarisches

Sie lieben exotische Gaumengenüsse, sind in Ihrem Freundeskreis als Jaime Oliver in spe bekannt und sammeln mit beispielloser Leidenschaft Kochbücher der internationalen Cuisine? Dann haben Sie mit Vietnam Ihr nächstes Traumreiseziel gefunden: hier erwarten Sie leckere Rezepte, faszinierende Küchenspielereien und die Kunst des raffinierten Zusammenwürfelns völlig unerwarteter Zutaten.

Frisch, frischer, die vietnamesische Küche: Tiefkühlgerichte, künstliche Zusatzstoffe und Fast Food nach westlicher Art sind in Vietnams Esskultur ein striktes Tabu. Hier kommt nur auf den Tisch, was frisch vom Markt erstanden und für qualitativ wertvoll befunden wurde. Das Ergebnis ist insbesondere für den westlichen Gaumen oft ein faszinierendes Fest für die Sinne, das an Frische, Qualität und Geschmacksintensivität nur schwer übertroffen werden kann. Je nachdem, in welcher Region Vietnams man sich gerade befindet, kann die lokale Küche dennoch erheblich variieren – so bevorzugt man im Norden gänzlich andere Gewürze als im Süden des Landes, und finden sich an den Küstenregionen verständlicherweise mehr Fisch und Meeresfrüchte auf der Speisekarte als in den Bergdörfern des Hochlands. Eine grobe Richtlinie hat sich jedoch bewährt: je weiter gen Süden man sich bewegt, desto bunter wird auch die Gerichtepalette – im wahrsten Sinne des Wortes.

Die ungeschlagene Starzutat der vietnamesischen Küche ist zugleich das größte Exportgut des Landes: der Reis. Ob in seiner körnigen, in Nudel- oder in Kuchenform, Reis dominiert den vietnamesischen Essensalltag wie keine andere Zutat und wird auf verschiedene, ausgesprochen kunstfertige Weise zubereitet. Ähnlicher Popularität erfreut sich in der vietnamesischen Küche sonst nur noch die berühmte Fischsauce Nuoc Mam, deren salzig-herzhafter Geschmack zwar vielen Besuchern zunächst als gewöhnungsbedürftig anmutet, die aber meist trotzdem im Handumdrehen zur abschließenden Krönung einer jeder Mahlzeit - oder sogar zum kulinarischen Mitbringsel für die Daheimgebliebenen - wird.
Die vietnamesische Küche kann sich mit einem unglaublichen Abwechslungsreichtum rühmen, der schwer in wenigen Worten zusammenzufassen ist. Zu den traditionellen Höhepunkten vietnamesischer Kochkunst zählen die populäre und oft zum Frühstück gereichte Rindfleischsuppe Pho Bo, die in Reispapier gewickelten Frühlingsrollen namens Cha Gio und verschiedene Reisgerichte mit Schweinefleisch- und Gemüsezugaben, darunter Bun Cha und Banh Chung. Auch Salate gibt es in bunter Vielfalt – der Sammelbegriff dafür ist Goi. An Meeresgerichten sollte man sich die exzellenten Shrimps, den rustikalen Grillteller Cha Ca La Vong und das im traditionellen Tonkochtopf zubereitete Ca Kho To auf keinen Fall entgehen lassen.
Eine weitere, ganz besondere vietnamesische Spezialität sind die herrlich krossen und mit Reismehl angereicherten Baguettes des Landes: als kurioses Überbleibsel der französischen Kolonialzeit dienen sie heute zur Zubereitung der beliebten Banh Mi Sandwiches.
Alle Gerichte Vietnams werden in der Regel ausgiebig, aber nicht scharf gewürzt und mit einem Teller frischer Kräuter – darunter Minze, Zitronengras, Basilikum, Dill und viele weitere – gereicht. Das Geschmackserlebnis kann somit nach eigenem Belieben variiert und kontrastiert werden und reicht von herzhaft-bitter bis hin zu süß-sauer. Gegessen wird mit Stäbchen und Löffeln.

Die beste Möglichkeit, um auch nur einen vagen Überblick über die bemerkenswerte Vielfalt der vietnamesischen Küche zu erhalten, ist, sie einfach auszuprobieren – so oft und in so authentischem Ambiente wie nur möglich. Vietnam ist berühmt für seine exzellente Street Food Kultur, und keine Reise in das Land gilt als vollständig, solange nicht mindestens eine der kleinen Garküchen besucht wurde, die hier an nahezu jeder Straßenecke entdeckt werden können. Mit ihrem Plastikstuhlambiente, der unterhaltsamen Gesellschaft der Einheimischen und der offen einsehbaren Küche bieten diese Lokale ein Esserlebnis, wie Sie es mit Sicherheit nicht so schnell vergessen werden - und das schnell nach Wiederholung ruft.

Sie schwingen selber gerne einmal den Kochlöffel und hätten nichts dagegen, Ihre Lieblingsgerichte auch in Zukunft nachkochen zu können? Dann hat Vietnam ebenfalls das Richtige für Sie zu bieten: sowohl in Ho Chi Minh Stadt und in Hanoi als auch in den kleineren Küstenorten wie Hoi An und Hue können kochbegeisterte Touristen aus einem vielfältigen Angebot an ein- und mehrtägigen Kochkursen wählen, die sie im Handumdrehen in die Geheimnisse der vietnamesischen Küche einweihen. Alternativ können sogar ganze kulinarische Reisen durch das Land unternommen werden – ganz, wie Ihr Gaumen Ihnen diktiert.

 
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