Land & Leute

Geografie 
LageVietnam ist das östlichste Land auf der südostasiatischen Halbinsel und grenzt im Norden an China, im Westen an Laos, im Südwesten an Kambodscha und im Osten an das Südchinesische Meer. Das Land bedeckt eine Fläche von circa 330 000 km² und hat eine Küstenlänge von 3400 Kilometern.
KlimaVietnam besitzt ein recht komplexes Klima, das in erster Linie der langgestreckten Form des Landes geschuldet ist. Während im Norden ein subtropisches Klima vorherrscht, sind große Teile Zentralvietnams und der gesamte Süden des Landes tropisch. Im Norden sind die Sommer dementsprechend warm bis heiß und die Winter kalt; im Süden überwiegt ein ganzjährig warmes und humides Klima. Im Winter treten in den Hochebenen auch Frost und Schneefall auf. Der Monsun trifft Zentralvietnam im Herbst und Nord- und Südvietnam in der Zeit von Mai bis September oder Oktober. Eine ideale Reisezeit per se gibt es in Vietnam daher nicht - stattdessen sollte der Urlaubszeitraum idealerweise auf die gewünschten Reiseziele im Land abgestimmt werden. Grundsätzlich ist ein Urlaub in Vietnam aber das ganze Jahr über möglich. 
Flora & FaunaVietnams Flora und Fauna sind für den europäischen Besucher überaus exotisch und sehenswert. Die von Regenwald bedeckte Landesfläche ist im Zuge der Kolonialherrschaft und des Vietnamkriegs auf etwa 20% der Gesamtfläche Vietnams geschrumpft, beherbergt aber auch heute noch eine große Anzahl an vom Aussterben bedrohter Tierarten und ist in Teilen sogar noch gänzlich unerforscht. Zu den typischen Pflanzen Vietnams zählen Edelholzbäume wie der Mahagoni, verschiedene Palmenarten, zahlreiche wilde Orchideensorten und exotische Gewürzarten wie Ingwer, Chili und Muskat. Besonders seltene Tierarten, die in Vietnam angetroffen werden können, sind das Java-Nashorn und der Indochinesische Tiger; wesentlich verbreiteter sind hingegen Elefanten, Tapirs, Wasserbüffel und verschiedene Affenarten, darunter Rhesusaffen und Lemuren. Darüber hinaus ist Vietnam ein ideales Land für Vogelbeobachter: Eisvögel, Adler, seltene Reiherarten und Ibisse sind nur ein kleiner Teil des bemerkenswerten Artenreichtums des Landes.
Gebirge

Die beiden wichtigsten Gebirgsregionen Vietnams sind das Yunnan Hochland im Nordosten, das sich bis kurz vor Hanoi erstreckt, und das touristisch eher unerschlossene Annamitengebirge im Zentrum des Landes. Der höchste Berg Vietnams ist der nahe an der chinesischen Grenze gelegene Fan Si Pan mit einer Höhe von circa 3140 Metern.

Menschen 
BevölkerungIn Vietnam leben rund 92,5 Millionen Menschen; davon sind circa 6,5 Millionen in der Hauptstadt Hanoi angesiedelt.
GemeindenDie Verwaltungsgliederung Vietnams ist ein Überbleibsel aus den Zeiten des Sozialismus. Es gibt 58 Provinzen und 5 unabhängige Städte gleichen Ranges; die am stärksten besiedelten Gemeinden sind Ho Chi Minh Stadt, Hanoi und das gesamte Mekongdelta.
MigrationVietnams Bevölkerung besteht zu circa 85% aus Kinh (ethnische Vietnamesen). Weitere 2% machen Ausländer aus; der Rest sind ethnische Splittergruppen mit maximal 1-2% an der Gesamtbevölkerung. Migration erfolgt vor allem von Vietnam aus Richtung Westen; zudem besteht eine anhaltende Landflucht mit den Zuwanderungszentren Hanoi und Ho Chi Minh Stadt.
SprachenDie Nationalsprache Vietnams ist Vietnamesisch. Die Sprache verwendet das lateinische Alphabet, hält aber als tonale Sprache – ähnlich wie das Chinesische - in ihrer Aussprache einige Tücken bereit. Aufgrund der vielen ethnischen Minderheiten in Vietnam ist die Sprachen- und Dialektvielfalt im Land enorm; in der Regel wird aber überall Vietnamesisch gesprochen und verstanden. Englisch entwickelt sich zunehmend zur Zweitsprache der Bevölkerung; weitere verbreitete Fremdsprachen sind Chinesisch, Khmer und Französisch.
Religion

Obwohl sich der Großteil der vietnamesischen Bevölkerung – immerhin knappe 80% - offiziell zu keiner Religion bekennt, existiert im Land eine bemerkenswerte Vielzahl an religiösen Strömungen und Gebetsstätten aller großen Weltreligionen. Häufig werden die verschiedenen Praktiken miteinander vermischt. Es ist darüber hinaus gestattet, mehrere Gottheiten parallel zu verehren - religiöse Auseinandersetzungen, wie sie in anderen südostasiatischen Ländern vorkommen, sind in Vietnam eher die Seltenheit. Zu den wichtigsten Religionen Vietnams zählen der Katholizismus, der Buddhismus und der Taoismus; kleinere religiöse Splittergruppen sind die islamische Cham-Minderheit und die Cao Dai, eine spirituelle Mischreligion die unter anderem auch den französischen Schriftsteller Victor Hugo als Gottheit verehrt. Darüber hinaus spielen Animismus und Ahnenkult in Vietnam noch immer eine große Rolle und sind nach wie vor feste Bestandteile vieler religiöser Rituale.

Regierung 
Offizieller NameCộng hoà Xã hội Chủ nghĩa Việt Nam (Sozialistische Republik Vietnam)
StatusSeit 1976 ist Vietnam eine Sozialistische Republik.
Politische InstitutionenVietnam ist ein kommunistisch geführter Staat mit einer Einparteienpolitik ohne Opposition. Die Nationalversammlung wird alle fünf Jahre gewählt und ist für die Ernennung des Staats- und des Ministerpräsidenten verantwortlich. Zu den Befugnissen des Staatspräsidenten zählen neben der Wahl des Ministerpräsidenten aus Vorschlägen der Nationalversammlung vorwiegend repräsentative Funktionen. Das wichtigste und politisch ausschlaggebendste Amt ist das des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei, der für eine Amtsperiode von fünf Jahren vom Zentralkomitee der Partei gewählt wird.
StaatsoberhauptDer amtierende Staatspräsident Vietnams ist seit 2011 Truon Tan Sang.
RegierungschefDer amtierende Regierungschef ist seit 2006 Nguyen Tan Dung.
Hymne

Die Nationalhymne Vietnams trägt den Titel „Tiến Quân Ca“ (dt. Gesang der vorrückenden Truppen). Sie wurde 1945 von dem vietnamesischen Komponisten Nguyen Van Cao komponiert und verfasst. Bei offiziellen Anlässen wird nur die erste der beiden Strophen gesungen.

Wirtschaft 
WirtschaftszweigeTourismus, Textilien, Schuhe, Kohle, Stahl, Mobiltelefone und andere Elektronikartikel, Reis, Fisch und Meeresfrüchte  
TourismusDer Tourismus ist seit der Öffnung des Landes für ausländische Besucher in den 1990er Jahren zu einem der wichtigsten Wirtschaftssektoren Vietnams geworden. Über eine Million Vietnamesen sind im Tourismussektor angestellt; jährlich besuchen zwischen 4 und 5 Millionen Touristen das Land. Die Regierung unterstützt den Ausbau der Tourismusbranche unter anderem durch eine Verbesserung der Infrastruktur und durch die Förderung von Ökotourismus-Projekten wie den vietnamesischen Nationalparks.
Pro-Kopf-Einkommen1350 US Dollar
  
Medien 
ZeitungenDie Medienlandschaft Vietnams wird nach wie vor zentral reguliert und unterliegt einer staatlichen Zensur; seit den 1990er Jahren kommen aber immer stärkere Liberalisierungstendenzen zum Tragen. Die größte landesweite Zeitung ist die parteieigene „Nhan Dan“ (dt. Das Volk); zu den englischsprachigen Tageszeitungen zählen die „Saigon Times Weekly“ und die „Vietnam News“.
RadioDer Rundfunk in Vietnam wird durch das regierungseigene Radionetzwerk „Voice of Vietnam“ (dt. Stimme Vietnams) kontrolliert, das sechs verschiedene Kanäle mit nationalen sowie internationalen Nachrichtenprogrammen, Musik- und Sprachlernsendungen sowie kulturelle Unterhaltung bietet.
FernsehenVietnams Fernsehen wird von Vietnam Television, der staatlichen Rundfunkgesellschaft, zur Verfügung gestellt und bietet drei Kanäle für Nachrichten, Bildung und Sport sowie einen Jugendkanal. Die Programme werden sowohl auf Vietnamesisch als auch auf Französisch ausgestrahlt; ein internationaler Kanal auf Englisch befindet sich in Planung.
  

 

 
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