My Son Tempelstadt

File 1203Die Tempelanlage My Son befindet sich etwa 50 Kilometer südwestlich von Hoi An und zählt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Zentralvietnams. Sie wurde von der historischen Cham-Zivilisation zwischen dem 4. und dem 14. Jahrhundert erbaut und war einst das religiöse und kulturelle Zentrum dieser Kultur – heute, nach vielen Jahrhunderten des langsamen in Vergessenheit geratens und des Krieges, verraten allerdings nur noch Ruinen etwas von der einstigen Herrlichkeit My Sons. Eine für Vietnam einmalige Sehenswürdigkeit ist die seit 1999 zum UNESCO Weltkulturerbe zählende Tempelstätte aber dennoch – nicht nur für den geschichtsinteressierten Besucher.

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Ähnlich einer Miniaturform Angkor Wats liegen die Überreste My Sons heute in den Tiefen des vietnamesischen Regenwalds verborgen, der sich die seit Jahrhunderten unbewohnte Tempelanlage schrittweise wieder zurückerobert und ihr damit ihr heutiges, mysteriöses Aussehen verliehen hat. Nur etwas mehr als ein Viertel der originalen Strukturen My Sons ist inzwischen noch erhalten, was weniger der Baukunst der Cham als vielmehr dem Verlauf der vietnamesischen Geschichte geschuldet ist: nach der Eroberung der Chamkultur durch Nordvietnam im 15. Jahrhundert bargen die Bauwerke des früheren Feindes nur wenig Interesse für die Eroberer, und My Son wurde dem schleichenden Verfall preisgegeben. Die französische Kolonialzeit und die starke Bombardierung der Region während des Vietnamkriegs trugen ihr Übriges zum heutigen Zustand der Tempelanlage bei.
File 1239Doch auch, was heute noch von My Son zu sehen ist, weiß zu begeistern: halb-verfallene und von der Natur zurückgeforderte Tempel, Türme und Säulen schmiegen sich vor malerischer Kulisse eng aneinander und laden zu einem Erkundungsgang durch die Anlage ein. Es lohnt sich, das Auge nach versteckten Reliefs und Verzierungen offen zu halten: die Cham waren eine indisch beeinflusste Kultur, und vieles in ihrer Architektur erinnert an bekannte indische Symbole und Gottheiten.

Nach My Son werden täglich geführte Touren ab Hoi An angeboten, welche die Tempelanlage etwa zur Mittagszeit erreichen. Alternativ kann man sich aber auch auf eigene Faust mit dem Motorrad oder den öffentlichen Bussen nach My Son begeben – viele Touristen bevorzugen diese Art der Anreise inzwischen sogar, da sie ihnen nicht nur mehr Freiraum, sondern auch wesentlich mehr Ruhe während der Besichtigung bietet.

 
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