Thien Mu Pagode

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Eine der schönsten Pagoden Vietnams ist die Thien Mu Pagode unweit von Hue. Pittoresk am Parfümfluss, einer der früheren Gewürzhandelsrouten Südostasiens, gelegen und von dicht bewaldeten Hügeln umringt, bietet die Pagode Gelegenheit zu einem idyllischen Tagesausflug und einem kurzweiligen Einblick in die vietnamesische Kultur und Geschichte.

Das Wahrzeichen der Thien Mu Pagode ist der siebenstöckige Phuoc Duyen Turm am Eingang des Tempelgeländes, der mit seiner imposanten Struktur und seiner farbenfrohen Bemalung bereits einen hervorragenden Vorgeschmack auf das abwechslungsreiche Besuchererlebnis in der Pagode bietet. Der Turm, dessen einzelne Etagen die sieben Schritte auf dem Weg zur Erleuchtung Buddhas symbolisieren, stammt aus dem 19. Jahrhundert; die Pagode selbst wurde aber bereits im Jahr 1601 errichtet. Angeblich soll die Prophezeiung einer alten Frau zur Errichtung des Tempels geführt haben, weshalb der Name der Thien Mu Pagode übersetzt auch so viel wie „Pagode der himmlischen Dame“ bedeutet.
File 1008Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der Thien Mu Pagode zählen sowohl eine imposante Bronzeglocke aus dem 18. Jahrhundert und eine marmorne Inschriftenstele, die von einer Schildkröte – dem vietnamesischen Symboltier für Weisheit – getragen wird, als auch die malerischen Gartenanlagen des gesamten Tempelkomplexes. Begleitet wird der Besucher auf seinem Weg durch die Pagode von den optischen Darstellungen verschiedener Tempelgeister, die dem Schutz der Anlage dienen sollen - die bemerkenswerte Farbenpracht und kunstfertige Gestaltung dieser Figuren lenkt allerdings leicht von deren furchterregenden Gesichtsausdrücken ab und macht sie stattdessen zu beliebten Fotomotiven bei den Touristen.

Die Thien Mu Pagode ist ein aktives buddhistisches Kloster für Novizen, sodass Teile der Anlage nach wie vor bewohnt und in täglichem Gebrauch sind. Neben dem geschäftigen Treiben der Mönche lässt sich hier auch ein trauriges Andenken an den wohl bekanntesten Bewohner des Klosters, den Mönch Tich Quang Duc, besichtigen: aus Protest gegen die Unterdrückung des Buddhismus durch die Regierung begab sich dieser 1963 ins damalige Saigon und setzte sich im Zentrum der Stadt selbst in Flammen. Der Wagen, mit dem Tich Quang Duc diese Reise unternahm, sowie das Pressefoto, welches für weltweite Bestürzung sorgte, sind heute in der Thien Mu Pagode ausgestellt und erinnern an die Opfer des Kampfes um Religionsfreiheit in Vietnam.

 
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